Hallo zusammen!
Ich weiß nicht mehr weiter. Ich lebe mit meiner ehemaligen Partnerin und ihrem 5,5 jährigen Sohn seit 15 Jahren zusammen und seit gut 9 Jahren in einer WG. Sie ist alleinerziehend, der Vater lebt im Ausland und hat keinen Kontakt - bis auf gelegentliche Instagram Nachrichten / E-Mails.
Bei dem Kleinen besteht der Verdacht auf eine ADHS - vielleicht ist er auch "nur" hochsensibel. Er haut uns, schreit, beschimft, macht seine Spielsachen kaputt - ganz schlimm wird es wenn er müde wird.
Seit der Feststellung einer evtl. vorhandenen ADHS (eine Diagnose wollte man aufgrund des Alters noch nicht abschließend stelle) bekommt er durch das Frühförderzentrum und durch die LVR entsprechende Unterstützung, in Form von Heilpädagogik und Ergo wobei die Heilpädagogik im nächsten Monat beginnen soll - Ergotherapie erhält er seit 12 Wochen.
Seit Dezember weiß ich, dass sie beabsichtig, mit ihrem Sohn zu ihrer Mutter in die alte Heimat zurückzukehren - ich selber kann berufsbedingt nicht mitkommen. Der Umzug soll im Mai erfolgen.
Derzeit besucht er eine Kita mit über 120 Kindern in einem offenen Konzept - eindeutig die falsche Kita für ihn. Oft braucht er eine Pause/Ruhephase und die gibt es noch nicht.
Basisleistung I wurde genehmigt, würde aber erst im kommenden Kita-Jahr zum tragen kommen.
Mit der Kita Leitung gab es schon einige Unterredungen und man ist bemüht, auf die Bedürfnisse des Jungen so gut es gehen einzugehen.
Am neuen Wohnort sind in der Kita 3 Gruppen mit insgesamt um die 50 Kinder, wobei die älteren Kinder nicht mit den 1-2jährigen in Kontakt kommen, so dass es dort nur 2 Gruppen gibt, mit denen er in Kontakt kommen würde mit jeweils 20 Kindern - wesentlich besser für den Jungen und seine Bedürfnisse.
Kita und Schule sind nicht, wie hier, fussläufig erreichbar und auch gibt es in der nahen Umgebung keinen Spielplatz und auch sieht man dort sehr selten spielende Kinder. Sicherlich gibt es Kinder in dem Ort aber nicht in der Nähe. Es gibt in dem Ort genau einen "Spielplatz" und der besteht aus einem Sandkasten und einer Schaukel. Möchte man richtige Spielplätze aufsuchen, muss man schon mit dem Auto - später mit dem Rad - dorthin fahren.
Hier trifft er auf den Spielplätzen immer mal wieder Freund/Bekannte aus der Kita - das würde es am neuen Wohnort nicht geben. Die Mutter müsste sich immer verabreden, was dann auch nur nach der Kita oder am Wochenende möglich wäre.
Die Mutter selber gibt an, an Depressionen zu leiden aufgrund der Entfernung zur Familie und weil sie hier keine Freunde hat. Leider hat sie es bislang noch nicht geschafft, mit jemandem darüber zu reden und ihr Hilfe zu suchen. Sie denkt, wenn sie wieder zurück in der Heimat ist, dass es ihr besser gehen würde.
Ich mache mir große Sorgen um den Kleinen, dass dieser Umzug bei ihm nicht etwas Negatives auslösen wird.
Hier hat er sein ihm bekanntes Umfeld, hier sind seine Freunde. Die Umgebung am neuen Wohnort kennt er nicht. Er kennt seine Oma und auch seine dort lebenden Großeltern aber immer nur für eine kurze Zeit als Besuch.
Ich habe schon versucht mit ihr zu sprechen aber sie sieht in allem nur meine eigene Angst, den Jungen zu verlieren und das würde irgendwann darauf hinauslaufen, da ich ihn am neuen Ort nur alle 4 Wochen besuchen kann.
Ist meine Sorge berechtigt oder übertreibe ich und denke wirklich nur egoistisch?
Ich hoffe, der lange Text wirkt nicht abschreckend - vielleicht teilt ihr mir eure Meinungen dazu mit.
Danke!
Hallo thori,
Danke für den neuen Beitrag!
Vielleicht kommen hier im Forum ja noch Erfahrungen anderer Eltern (auch: sozialer Eltern, Patchwork - Eltern) zur Sprache.
Für die Ausführlichkeit der Thematik eignet sich vielleicht auch die Mailberatung der bke. - Insofern möchte ich auch auf diese Möglichkeit hinweisen.
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Herzliche Grüße,
bke - Christian
Nach dem, was ich lese, ist Ihr Verhältnis zum 5,5- jährigen Kind Ihrer WG - Partnerin das einer langvertrauten Bezugsperson, die in keinem engen "rechtlichen" Verhältnis zum Kind steht..
Wie intensiv Sie in die Erziehungsaufgaben eingebunden waren und sind, ist mir noch nicht ganz klar.
Ob Sie also als ein/e intensiv miterziehende/r Erwachsene/r für den Kleinen da waren und sind.
Es ist nicht Ihr (gemeinsames) Kind und daher scheint es so zu sein, dass die sorgerechtlichen Entscheidungen bei der Mutter bzw. (auch) beim Vater liegen - es wirkt so, als habe die Mutter das alleinige Sorgerecht.
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Wenn das stimmt, sind Ihre Einflussmöglichkeiten auf die Entscheidung der Mutter beschränkter.
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Ihre Sorge ist klar beschrieben: der Ortswechsel könnte dem Kind die vertraute Umgebung entziehen und ihm deswegen Nachteile bringen.
Zugleich können Sie sehr fair sagen, dass die aktuelle KIta nicht besonders passt und dass die Kita im anderen Ort eigentlich passender wäre, auch wenn sie nicht fußläufig erreichbar ist.
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Eine Frage:
Wie weit weg ist die Heimat der Mutter von Ihrem jetzigen Wohnort?
Ist die Entfernung dafür verantwortlich, dass Sie denken, Sie könnten dann nur alle 4 Wochen Kontakt zum Kind haben?
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Wenn an dem Prinzip: "Starke Eltern - Starke Kinder" etwas dran ist und wenn die Mutter durch die Nähe zu ihrer Familie sich eine eigene Stärkung (im Blick auf ihre depressiven Episoden) erhofft, kann das für das Kind, dem dann auch bald die Einschulung bevorsteht, gut sein, jetzt zu wechseln.
Es könnte helfen, wenn Sie und die Mutter gemeinsam in einer Beratung(sstelle) das Vorhaben der Mutter erörtern.
Es wäre zudem gut, zu hören, wie Andere, die das Kind kennen, auf den Plan der Mutter blicken.
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Ich gehe jetzt nicht auf die emotionale Herausforderung ein, die es für Sie bedeuten wird, sich auf einen Abschied vom alltäglichen Umgang mit dem Kind vorbereiten zu müssen.
Das ist gewiss eine schwierige Aufgabe.
Hallo Christian und Dank für Deine Antwort.
Ich begleite Mutter und Kind seit der Schwangerschaft. Wir waren vorher in einer Beziehung, hatten uns getrennt, leben aber weiter zusammen in einer WG.
Die Mutter lernte den Vater des Jungen kennen, sie wurde ungewollt schwanger, der Vater lebt im Ausland und ich hatte ihr meine Unterstützung angeboten - bin also für den Jungen ein Ersatz-Papa.
Wir waren mit dem Kleinen bei diversen Ärzten und Psychologen wegen seiner evtl. vorhandenen ADHS.
Leider hat sie bei keinem dieser Personen, die die Situation um den Kleinen kennen, angesprochen, dass sie hier die Zelte abbrechen möchte und das hat sie auch nicht vor.
Sie bekommt Zuspruch von anderen aber die kennen eben die Situation nicht.
Sie wird dann im EG des Hauses der Mutter wohnen. Der Kleine liebt seine Oma keine Frage aber es gab schon Situationen, da war Oma mehr als genervt und auch etwas energischer gegenüber dem Kleinen.
Auf der einen Seite darf er alles bei ihr aber auf der anderen Seite gibt es plätzlich Verbote, wenn sie merkt, dass er übertreibt - ich denke, sie weiß gar nicht, was der Kleine aufgrund seiner ADHS / Emotionen auslösen kann in Hinblick auch auf Gewalt, Zerstörung, Urnordentlichkeit.
Bis jetzt war er immer zu Besuch - dann aber soll dass ein Ort sein, wo sie auf Dauer miteinander klar kommen sollen und auch da sehe ich Probleme.
Alter und neuer Wohnort liegen knapp 400 Km auseinander und ich kann es mir finanziell nicht leisten, mehr als alle 4 Wochen dorthin zu fahren um den Jungen zu sehen. Bislang scheint von ihrer Seite da auch nichts dagegen zu sprechen aber wer weiß, wie das in 1 oder 2 Jahren ausschaut?
Ja, ich bin da sicher nicht 100%ig unvoreingenommen aber ich mache mir wirklich Sorgen um den Kleinen.
Ich weiß, dass es für uns alle das Beste wäre, ich würde die Mama in ihrem Plan als Freund unterstützen aber gestern hatten wir über die Meinung der dem Kind bekannten Psychologen hinsichtlich des Umzuges gesprochen und als ich dann erfuhr, dass diese nicht von ihr befragt worden sind, da fühlte sie sich direkt angegriffen...
Hallo Thori,
mein Name: bke - Christian Koch:
Willkommen im Elternforum und zugleich: Danke für den ausführlichen Beitrag, der zu einer konkreten Situation viele wichtige Fragen stellt.
Es legt sich da vielleicht auch noch eine Mailberatung nahe (?).
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Nach dem, was ich lese, ist Ihr Verhältnis zum 5,5- jährigen Kind Ihrer WG - Partnerin das einer langvertrauten Bezugsperson, die in keinem engen "rechtlichen" Verhältnis zum Kind steht..
Wie intensiv Sie in die Erziehungsaufgaben eingebunden waren und sind, ist mir noch nicht ganz klar.
Ob Sie also als ein/e intensiv miterziehende/r Erwachsene/r für den Kleinen da waren und sind.
Es ist nicht Ihr (gemeinsames) Kind und daher scheint es so zu sein, dass die sorgerechtlichen Entscheidungen bei der Mutter bzw. (auch) beim Vater liegen - es wirkt so, als habe die Mutter das alleinige Sorgerecht.
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Wenn das stimmt, sind Ihre Einflussmöglichkeiten auf die Entscheidung der Mutter beschränkter.
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Ihre Sorge ist klar beschrieben: der Ortswechsel könnte dem Kind die vertraute Umgebung entziehen und ihm deswegen Nachteile bringen.
Zugleich können Sie sehr fair sagen, dass die aktuelle KIta nicht besonders passt und dass die Kita im anderen Ort eigentlich passender wäre, auch wenn sie nicht fußläufig erreichbar ist.
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Eine Frage:
Wie weit weg ist die Heimat der Mutter von Ihrem jetzigen Wohnort?
Ist die Entfernung dafür verantwortlich, dass Sie denken, Sie könnten dann nur alle 4 Wochen Kontakt zum Kind haben?
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Wenn an dem Prinzip: "Starke Eltern - Starke Kinder" etwas dran ist und wenn die Mutter durch die Nähe zu ihrer Familie sich eine eigene Stärkung (im Blick auf ihre depressiven Episoden) erhofft, kann das für das Kind, dem dann auch bald die Einschulung bevorsteht, gut sein, jetzt zu wechseln.
Es könnte helfen, wenn Sie und die Mutter gemeinsam in einer Beratung(sstelle) das Vorhaben der Mutter erörtern.
Es wäre zudem gut, zu hören, wie Andere, die das Kind kennen, auf den Plan der Mutter blicken.
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Ich gehe jetzt nicht auf die emotionale Herausforderung ein, die es für Sie bedeuten wird, sich auf einen Abschied vom alltäglichen Umgang mit dem Kind vorbereiten zu müssen.
Das ist gewiss eine schwierige Aufgabe.
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Zum Schluss, da wir ja hier ein Forum sind, mit Eltern, die sich in Vielem sehr gut auskennen: liest hier Jemand mit - und hätte Lust, seine Überlegungen mitzuteilen?
Soweit für jetzt:
Herzliche Grüße,
bke - Christian Koch